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Sexualität-Ratgeber

Sexstellungen: Welche Position zu Nähe, Abwechslung und unterschiedlichen Bedürfnissen passt

Matt
aktualisiert: 24. August 2026 22:14
Sexstellungen: Welche Position zu Nähe, Abwechslung und unterschiedlichen Bedürfnissen passt
Sexstellungen: Welche Position zu Nähe, Abwechslung und unterschiedlichen Bedürfnissen passt

Bei Sexstellungen wird häufig nach der einen Position gesucht, die besonders intensiv, besonders innig oder besonders befriedigend sein soll. Eine solche Rangliste greift jedoch zu kurz. Ob eine Stellung als angenehm empfunden wird, hängt von deutlich mehr Faktoren ab als von ihrer Bezeichnung.

Körpergröße, Anatomie, Beweglichkeit, Erregungsniveau und persönliche Vorlieben spielen ebenso eine Rolle wie Vertrauen, Kommunikation und die Möglichkeit, Bewegungen selbst zu kontrollieren. Entscheidend ist deshalb weniger, möglichst viele Sexstellungen zu kennen, sondern herauszufinden, welche Positionen zu den beteiligten Menschen und zur jeweiligen Situation passen.

Auch innerhalb derselben Partnerschaft kann sich das verändern. Was an einem Tag angenehm ist, kann bei Müdigkeit, Verspannungen oder stärkerer körperlicher Empfindlichkeit ein anderes Mal unbequem sein. Gute Sexualität ist deshalb weniger eine Frage der perfekten Technik als der Fähigkeit, auf körperliche Reaktionen zu achten und miteinander zu kommunizieren.

Warum es nicht die eine beste Sexstellung gibt

Viele Ratgeber schreiben einzelnen Sexstellungen ganz bestimmte Wirkungen zu. Eine Position soll einen besonders intensiven Orgasmus ermöglichen, eine andere automatisch für mehr Nähe sorgen. Medizinisch und sexualwissenschaftlich lassen sich solche Versprechen nicht seriös verallgemeinern.

Sexuelle Wahrnehmung ist individuell. Anatomische Unterschiede beeinflussen, welche Winkel, Berührungen und Bewegungen angenehm sind. Hinzu kommen Erregung, Muskelspannung, Erfahrung, psychische Verfassung und die Möglichkeit, Tempo und Bewegungsumfang zu beeinflussen.

Ein wesentliches Kriterium ist zudem Einvernehmlichkeit. Sexualität sollte so gestaltet sein, dass alle Beteiligten sich wohlfühlen, Grenzen kommunizieren können und eine Position jederzeit verändern oder beenden können.

Gerade bei penetrativem Sex gilt außerdem: Mehr Tiefe oder ein größerer Bewegungsumfang bedeuten nicht automatisch stärkere oder angenehmere Stimulation. Bei manchen Menschen kann eine tiefe Penetration sogar unangenehm oder schmerzhaft sein.

Nähe hängt nicht nur von der Stellung ab

Wenn Paare nach Sexstellungen für mehr Intimität suchen, geht es häufig weniger um eine bestimmte Technik als um Körperkontakt, Blickkontakt und das Gefühl, Bewegungen gemeinsam steuern zu können.

Positionen, bei denen sich beide Personen ansehen können oder große Teile des Körpers miteinander in Kontakt bleiben, können solche Bedürfnisse erleichtern. Entscheidend bleibt jedoch, wie die Beteiligten die Situation empfinden.

Missionarsstellung: flexibel statt langweilig

Die Missionarsstellung gehört zu den bekanntesten Sexstellungen. Eine Person liegt auf dem Rücken, die andere befindet sich darüber oder davor.

Ihr wesentlicher Vorteil besteht in ihrer Anpassungsfähigkeit. Blickkontakt, Küsse und Berührungen sind möglich, gleichzeitig lässt sich die Position relativ einfach verändern.

Schon kleine Anpassungen können das Körpergefühl verändern. Dazu gehören eine andere Stellung der Beine, eine veränderte Beckenneigung oder ein kleinerer Abstand zwischen den Körpern. Ein Kissen unter dem Becken kann ebenfalls die Position verändern, sollte aber nur genutzt werden, wenn es tatsächlich komfortabler ist.

Die unten liegende Person hat je nach Variante weniger Einfluss auf Tempo und Tiefe. Wer penetrative Bewegungen empfindlich wahrnimmt, kann deshalb davon profitieren, Bewegungsumfang und Geschwindigkeit bewusst miteinander abzustimmen.

Löffelchenstellung: viel Körperkontakt bei relativ ruhigen Bewegungen

Bei der Löffelchenstellung liegen beide Personen seitlich hintereinander. Dadurch bleibt viel Körperkontakt erhalten, während keine Person dauerhaft das eigene Körpergewicht über der anderen halten muss.

Die seitliche Lage kann für Menschen angenehm sein, die eine ruhigere Sexualität bevorzugen oder Positionen vermeiden möchten, bei denen Arme, Knie oder Rumpf stark belastet werden.

Der mögliche Bewegungsumfang ist häufig kleiner als bei manchen knienden oder stehenden Varianten. Das kann bei einigen Menschen als angenehm empfunden werden. Es ist jedoch keine Garantie dafür, dass die Position bei bestehenden Schmerzen geeignet ist.

Sitzende Positionen schaffen Nähe und Kontrolle

Bei sitzenden Varianten sitzt eine Person auf einer stabilen Unterlage, während die andere ihr zugewandt auf dem Schoß sitzt oder kniet.

Solche Positionen ermöglichen häufig engen Oberkörperkontakt. Umarmungen, Küsse und Blickkontakt sind leicht möglich. Bewegungen können außerdem stärker gemeinsam gesteuert werden als bei manchen anderen Positionen.

Allerdings hängt der Komfort stark von Hüftbeweglichkeit, Rücken, Knien, Körpergröße und der Stabilität der Unterlage ab. Eine Position, die nur mit deutlicher Muskelanspannung gehalten werden kann, verliert schnell ihren praktischen Vorteil.

Wer die Bewegung kontrolliert, kann einen großen Unterschied machen

Sexstellungen unterscheiden sich darin, wer Geschwindigkeit, Winkel und Bewegungsumfang stärker steuern kann.

Das ist nicht nur eine Frage persönlicher Vorlieben. Kontrolle kann auch wichtig sein, wenn eine Person empfindlich auf bestimmte Bewegungen reagiert oder sich langsam an eine Intensität herantasten möchte.

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Reiterstellung und Varianten

Bei der Reiterstellung befindet sich eine Person oberhalb der anderen. Dadurch kann die obere Person häufig stärker bestimmen, wie schnell und wie weit Bewegungen ausgeführt werden.

Diese Eigenkontrolle kann hilfreich sein, wenn bestimmte Winkel unangenehm sind oder die Intensität bewusst reguliert werden soll.

Gleichzeitig beansprucht die Stellung je nach Ausführung Oberschenkel, Knie, Hüfte und Rumpfmuskulatur. Wer schnell ermüdet oder Gelenkbeschwerden hat, kann eine abgestützte oder weniger aufrechte Variante als angenehmer empfinden.

Eine umgekehrte Reiterstellung verändert Körperkontakt, Blickkontakt und Winkel. Dass sie dadurch automatisch stärker stimuliert, lässt sich jedoch nicht allgemein behaupten.

Kleine Veränderungen können mehr bewirken als neue Sexstellungen

Abwechslung im Sexualleben wird häufig mit möglichst ausgefallenen Positionen gleichgesetzt. Tatsächlich können bereits geringe Veränderungen einer vertrauten Stellung ein anderes Körpergefühl erzeugen.

Dazu zählen etwa:

  • eine veränderte Position der Beine
  • eine andere Neigung des Beckens
  • kleinere oder größere Bewegungen
  • ein anderes Tempo
  • eine veränderte Körperausrichtung
  • mehr oder weniger Abstand zwischen den Körpern

Der Grund ist anatomisch nachvollziehbar. Die Position des Beckens beeinflusst den Winkel, in dem sich die Körper zueinander befinden. Dadurch können unterschiedliche Bereiche stärker oder schwächer berührt werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich bestimmte Winkel exakt vorhersagen lassen. Körper unterscheiden sich erheblich. Dieselbe Sexstellung kann deshalb bei verschiedenen Menschen völlig unterschiedlich empfunden werden.

Warum Anatomie wichtiger ist als starre Anleitungen

Illustrierte Sexratgeber vermitteln manchmal den Eindruck, eine Position müsse möglichst exakt nachgestellt werden. In der Praxis ist das wenig sinnvoll.

Menschen unterscheiden sich unter anderem in:

  • Körpergröße
  • Beinlänge
  • Beweglichkeit der Hüfte
  • Beckenform
  • Körpergewicht
  • Muskelkraft
  • individueller genitaler Anatomie

Deshalb sollte eine Darstellung immer nur als Grundidee verstanden werden.

Besonders bei vaginaler Penetration verändert schon die Beckenneigung den Winkel. Auch die Stellung der Beine kann beeinflussen, wie weit Bewegungen möglich sind und wo Druck empfunden wird.

Es ist deshalb sinnvoller, eine Stellung an den eigenen Körper anzupassen, als den eigenen Körper an eine vorgegebene Stellung.

Sexstellungen bei unterschiedlichen Körpergrößen

Größenunterschiede können bestimmte Sexstellungen erleichtern oder erschweren. Besonders deutlich wird das bei Positionen im Stehen.

Wenn sich Hüft- und Beckenhöhe stark unterscheiden, kann eine stehende Position unbequem werden oder eine erhebliche Muskelanspannung erfordern. Liegende und sitzende Varianten gleichen Größenunterschiede häufig leichter aus.

Auch ein stabiler Bettrand kann unterschiedliche Körperhöhen ausgleichen. Sicherheit sollte dabei Vorrang haben. Instabile Möbel, glatte Oberflächen oder schmale Kanten erhöhen das Verletzungsrisiko und bieten keinen praktischen Vorteil.

Grundsätzlich ist eine Stellung meist dann wenig geeignet, wenn sie nur durch dauerhaftes Verdrehen, starkes Abstützen oder erhebliche Muskelspannung funktioniert.

Bequeme Sexstellungen bei eingeschränkter Beweglichkeit

Sexualität setzt keine besondere sportliche Leistungsfähigkeit voraus. Bei Rückenproblemen, Gelenkbeschwerden oder reduzierter Beweglichkeit kann es sinnvoll sein, Positionen so zu wählen, dass möglichst wenig Gewicht getragen und keine schmerzhafte Gelenkstellung erzwungen werden muss.

Seitliche Positionen können dafür eine Möglichkeit sein. Auch Sex am Bettrand kann bestimmte Bewegungen erleichtern, weil eine Person liegen bleiben kann.

Kissen können helfen, den Körper abzustützen oder eine bequemere Haltung zu erreichen. Entscheidend ist nicht die Position an sich, sondern ob sie tatsächlich Entlastung bringt.

Bei bestehenden orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen gibt es keine allgemein gültige Sexstellung, die medizinisch automatisch empfehlenswert wäre. Welche Belastungen vermieden werden sollten, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab.

Sexualität im höheren Lebensalter: Bedürfnisse können sich verändern

Mit zunehmendem Alter können Beweglichkeit, Ausdauer, Gelenkbelastbarkeit und gesundheitliche Faktoren stärker beeinflussen, welche Positionen angenehm sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sexualität zwangsläufig an Bedeutung verliert.

Besonders deutlich können hormonelle Veränderungen rund um die Menopause werden. Sinkende Östrogenspiegel können zu Veränderungen der vaginalen und vulvären Gewebe führen. Die Schleimhaut kann trockener, empfindlicher und weniger elastisch werden. Diese Beschwerden werden medizinisch unter anderem dem genitourinären Syndrom der Menopause zugeordnet.

Penetrativer Sex kann dadurch unangenehmer oder schmerzhaft werden. Für manche Frauen gewinnen deshalb Positionen an Bedeutung, bei denen Tempo und Penetrationstiefe besonders gut kontrolliert werden können.

Gleitmittel können bei Trockenheit die Reibung reduzieren. Davon zu unterscheiden sind vaginale Feuchtigkeitsprodukte, die unabhängig von einer konkreten sexuellen Aktivität eingesetzt werden. Bei anhaltenden Beschwerden stehen darüber hinaus medizinische Behandlungsoptionen zur Verfügung, die individuell ärztlich besprochen werden sollten.

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Alter allein ist jedoch keine ausreichende Erklärung für Schmerzen beim Sex. Neu auftretende oder anhaltende Beschwerden sollten nicht einfach als normale Alterserscheinung hingenommen werden.

Schmerzen beim Sex sind kein Problem, das man aushalten sollte

Schmerzen beim Sex können zahlreiche Ursachen haben. Medizinisch wird wiederkehrender oder anhaltender Schmerz im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr als Dyspareunie bezeichnet.

Dabei ist wichtig, zwischen verschiedenen Schmerzmustern zu unterscheiden. Beschwerden können bereits am Vaginaleingang auftreten oder erst bei tieferer Penetration entstehen. Manche Schmerzen treten nur in bestimmten Situationen oder Positionen auf.

Mögliche Ursachen sind unter anderem:

  • vaginale oder vulväre Trockenheit
  • hormonelle Veränderungen
  • Infektionen oder Entzündungen
  • Endometriose
  • Erkrankungen oder Funktionsstörungen des Beckenbodens
  • vulväre Hauterkrankungen
  • Narben nach Geburten oder Operationen
  • bestimmte Erkrankungen des Beckens
  • unzureichende sexuelle Erregung

Auch psychische Belastung, Angst vor Schmerzen oder frühere schmerzhafte Erfahrungen können dazu beitragen, dass sich der Körper anspannt und sexuelle Aktivität als unangenehm erlebt wird.

Eine einzelne unbequeme Stellung bedeutet selbstverständlich nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Wenn Schmerzen jedoch häufiger auftreten, sehr stark sind oder neu entstanden sind, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Oberflächlicher und tiefer Schmerz sind nicht dasselbe

Für die Einordnung sexueller Schmerzen kann die genaue Stelle eine wichtige Rolle spielen.

Schmerzen am Scheideneingang können beispielsweise mit Trockenheit, Irritationen, Entzündungen oder unwillkürlicher Anspannung der Beckenbodenmuskulatur zusammenhängen.

Tiefer liegende Schmerzen bei Penetration können dagegen unter anderem bei Endometriose, Erkrankungen des Beckens oder Beckenbodenproblemen vorkommen. Bestimmte Positionen können solche Beschwerden verstärken, weil sie eine tiefere Penetration ermöglichen.

Das bedeutet nicht, dass sich anhand einer Sexstellung eine Diagnose stellen lässt. Die Information, wo und unter welchen Bedingungen Schmerzen auftreten, kann für die medizinische Abklärung jedoch relevant sein.

Welche Rolle der Beckenboden bei Sexualität spielt

Der Beckenboden besteht aus Muskeln und Bindegewebsstrukturen im unteren Becken. Er unterstützt die Beckenorgane und ist unter anderem an Kontinenz und sexueller Funktion beteiligt.

Im Zusammenhang mit Sexualität wird häufig vor allem über Beckenbodentraining gesprochen. Das ist jedoch nur ein Teil des Themas.

Ein funktionierender Beckenboden muss nicht nur Kraft entwickeln, sondern sich auch entspannen können. Eine zu hohe oder unwillkürliche Muskelspannung kann bei manchen Menschen Schmerzen bei Penetration verursachen oder verstärken.

Deshalb ist die pauschale Empfehlung, bei sexuellen Problemen einfach mehr Beckenbodentraining zu machen, fachlich zu undifferenziert. Je nach Ursache kann eine spezialisierte Beckenbodenphysiotherapie sinnvoll sein. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Kräftigung, sondern gegebenenfalls auch um Wahrnehmung, Koordination und Entspannung.

Gleitfähigkeit, Erregung und Komfort gehören zusammen

Bei vaginalem Sex spielt ausreichende Gleitfähigkeit eine wichtige Rolle. Sie kann durch sexuelle Erregung entstehen, wird aber auch durch Hormone, Medikamente, Stillzeit, Menopause und individuelle körperliche Faktoren beeinflusst.

Ist die Gleitfähigkeit gering, steigt die Reibung. Dadurch können Brennen, Irritationen oder Schmerzen entstehen.

Ein Gleitmittel kann die mechanische Reibung verringern. Wenn Trockenheit jedoch dauerhaft besteht oder von weiteren Beschwerden begleitet wird, sollte die Ursache betrachtet werden. Besonders nach der Menopause kann anhaltende Trockenheit Teil eines behandelbaren hormonell bedingten Beschwerdebildes sein.

Auch hier gilt: Eine andere Sexstellung kann Beschwerden möglicherweise reduzieren, behebt aber nicht automatisch deren Ursache.

Sexstellungen und weiblicher Orgasmus: Warum Penetration allein häufig überschätzt wird

Bestimmte Sexstellungen werden oft damit beworben, Frauen besonders zuverlässig zum Orgasmus zu bringen. Solche Aussagen sind zu pauschal.

Die sexuelle Reaktion ist komplex und individuell. Besonders die Klitoris besitzt eine zentrale Bedeutung für die weibliche sexuelle Erregung und den Orgasmus. Penetrative Bewegungen allein führen deshalb nicht bei jeder Frau zuverlässig zum Höhepunkt.

Eine Stellung kann jedoch günstig sein, wenn sie zusätzliche klitorale Stimulation erleichtert oder der Frau mehr Kontrolle über Druck, Geschwindigkeit und Bewegung ermöglicht.

Entscheidend ist somit nicht ein bestimmter Name der Stellung, sondern die Art der Stimulation, die sie ermöglicht.

Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. Stress, Unsicherheit, Erwartungsdruck oder die Konzentration darauf, unbedingt einen Orgasmus erreichen zu müssen, können sexuelle Reaktionen beeinflussen.

Pornografie ist kein praktisches Lehrbuch für Sexstellungen

Pornografische Darstellungen können Vorstellungen davon beeinflussen, wie Sex angeblich aussehen sollte. Als Maßstab für körperlichen Komfort oder sexuelle Zufriedenheit sind sie jedoch ungeeignet.

Positionen werden in professionellen Produktionen auch danach ausgewählt, ob sexuelle Handlungen für die Kamera sichtbar sind. Das ist ein anderes Kriterium als Bequemlichkeit oder Intimität.

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Außerdem zeigt das fertige Material nicht notwendigerweise den vollständigen Ablauf. Pausen, Positionswechsel, Vorbereitung und Wiederholungen können außerhalb der endgültigen Darstellung liegen.

Problematisch wird es, wenn solche Bilder zu einem Leistungsmaßstab werden. Eine komplizierte Stellung ist nicht automatisch intensiver, und lange oder besonders dynamische Bewegungen sind kein Beleg für besseren Sex.

Häufige Fehler beim Ausprobieren neuer Sexstellungen

Ein verbreiteter Fehler besteht darin, eine Position exakt nach einem Bild oder einer Beschreibung nachstellen zu wollen. Sinnvoller ist es, die Grundidee zu übernehmen und an die eigenen körperlichen Voraussetzungen anzupassen.

Ein weiterer Fehler ist das Ignorieren von Unbehagen. Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen oder unangenehmer Druck sind kein Zeichen dafür, dass eine Position besonders intensiv oder wirkungsvoll ist.

Auch Schweigen aus Unsicherheit kann problematisch sein. Fragen wie „Ist das angenehm?“, „Langsamer?“ oder „Anders?“ sind kein Störfaktor, sondern ermöglichen unmittelbare Anpassungen.

Ebenso wenig muss jede neue Stellung bis zum Ende beibehalten werden. Ein Positionswechsel kann jederzeit sinnvoll sein.

Welche Stellung passt zu welchem Bedürfnis?

Statt nach der allgemein besten Sexstellung zu suchen, ist es hilfreicher, das gewünschte Erlebnis in den Mittelpunkt zu stellen.

Für viel Nähe können Positionen geeignet sein, bei denen die Körper einander zugewandt sind und Berührungen leicht möglich bleiben.

Für mehr Eigenkontrolle können Varianten interessant sein, in denen eine Person Geschwindigkeit, Bewegungsumfang und Winkel stärker selbst steuert.

Bei geringer Beweglichkeit können seitliche oder gut abgestützte Positionen angenehmer sein.

Bei Größenunterschieden funktionieren sitzende oder liegende Varianten häufig unkomplizierter als Positionen im Stehen.

Bei empfindlicher Penetration kann eine Position sinnvoll sein, in der Tiefe und Geschwindigkeit gut kontrollierbar sind.

Für Abwechslung muss keine akrobatische Stellung gewählt werden. Schon kleine Änderungen von Winkel, Tempo und Körperhaltung können eine vertraute Position deutlich verändern.

Diese Einteilungen sind Orientierungshilfen, keine Garantien. Entscheidend bleibt die individuelle Wahrnehmung.

Häufige Fragen zu Sexstellungen

Welche Sexstellung eignet sich für Anfänger?

Eine spezielle Anfängerstellung gibt es nicht. Gut geeignet sind grundsätzlich Positionen, die leicht verändert oder beendet werden können und bei denen beide Personen kommunizieren können. Einfache liegende oder seitliche Positionen erfüllen diese Voraussetzungen häufig.

Welche Sexstellung ermöglicht besonders viel Nähe?

Positionen mit zugewandten Oberkörpern ermöglichen häufig intensiven Blick- und Körperkontakt. Dazu zählen Varianten der Missionarsstellung und sitzende Positionen. Auch die Löffelchenstellung bietet viel Körperkontakt, allerdings weniger Blickkontakt.

Welche Sexstellungen sind körperlich wenig anstrengend?

Seitliche Positionen können weniger Kraft erfordern als manche stehenden, knienden oder stark abgestützten Varianten. Ob eine Stellung tatsächlich entlastend ist, hängt jedoch von den individuellen körperlichen Voraussetzungen ab.

Welche Sexstellungen eignen sich bei Größenunterschieden?

Liegende und sitzende Positionen können deutliche Größenunterschiede häufig leichter ausgleichen als Sex im Stehen. Wichtig ist, dass keine Person dauerhaft eine unnatürliche oder anstrengende Haltung einnehmen muss.

Was tun, wenn eine Sexstellung Schmerzen verursacht?

Die Bewegung sollte verändert oder beendet werden. Schmerzen müssen nicht ausgehalten werden. Treten Beschwerden wiederholt, stark oder neu auf, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Das gilt insbesondere bei zusätzlichen Symptomen wie Blutungen, auffälligem Ausfluss oder Schmerzen außerhalb sexueller Aktivität.

Kann eine bestimmte Sexstellung einen Orgasmus garantieren?

Nein. Orgasmusfähigkeit hängt von zahlreichen körperlichen und psychischen Faktoren ab. Eine Position kann bestimmte Formen der Stimulation erleichtern, garantiert aber keinen Orgasmus.

Sind komplizierte Sexstellungen intensiver?

Nicht zwangsläufig. Eine komplizierte Körperhaltung kann sogar dazu führen, dass Aufmerksamkeit und Muskelkraft stärker auf das Halten der Position als auf sexuelle Wahrnehmung gerichtet sind. Viele Menschen empfinden einfache, gut kontrollierbare Varianten als angenehmer.

Gute Sexstellungen orientieren sich an den Menschen, nicht an einer Rangliste

Eine Sexstellung ist kein Selbstzweck. Sie ist lediglich eine Möglichkeit, Nähe, Berührung und sexuelle Stimulation unterschiedlich zu gestalten.

Besonders praktikabel sind häufig Positionen, die sich leicht anpassen lassen. Ein veränderter Winkel, weniger Bewegungsumfang, mehr Eigenkontrolle oder eine bequemere Körperhaltung können wesentlich mehr bewirken als eine möglichst außergewöhnliche Stellung.

Dabei gibt der Körper wichtige Rückmeldungen. Wohlbefinden, Lust und angenehme Stimulation sprechen dafür, eine Bewegung fortzusetzen. Schmerzen, starke Anspannung oder Unsicherheit sind dagegen Gründe, etwas zu verändern.

Sexuelle Zufriedenheit lässt sich deshalb weder an der Zahl ausprobierter Sexstellungen noch an ihrer Schwierigkeit messen. Entscheidend sind Einvernehmlichkeit, Kommunikation und die Möglichkeit, Sexualität an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

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